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GMS Journal for Medical Education

Gesellschaft für Medizinische Ausbildung
( GMA )

ISSN 2366-5017

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Die richtige Doktorarbeit finden – eine innovative Forschungsmesse f�r Medizinstudierende

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Medizinische Doktorarbeiten


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Autoren

  • corresponding author Julius Steffen

    – Klinikum der Universit�t M�nchen, Institut f�r Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin, M�nchen, Deutschland; Klinikum der Universit�t M�nchen, Medizinische Klinik und Poliklinik I, M�nchen, Deutschland

  • author Markus Grabbert

    – Klinikum der Universit�t M�nchen, Institut f�r Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin, M�nchen, Deutschland; Klinikum der Universit�t M�nchen, Urologische Klinik und Poliklinik, M�nchen, Deutschland

  • author Tanja Pander

    – Klinikum der Universit�t M�nchen, Institut f�r Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin, M�nchen, Deutschland

  • author Maximilian Gradel

    – Klinikum der Universit�t M�nchen, Institut f�r Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin, M�nchen, Deutschland

  • author Lisa-Maria K�hler

    – Klinikum der Universit�t M�nchen, Institut f�r Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin, M�nchen, Deutschland

  • author Martin R. Fischer

    – Klinikum der Universit�t M�nchen, Institut f�r Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin, M�nchen, Deutschland

  • author Philip von der Borch

    – Klinikum der Universit�t M�nchen, Institut f�r Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin, M�nchen, Deutschland; Klinikum der Universit�t M�nchen, Medizinische Klinik und Poliklinik IV, M�nchen, Deutschland

  • author Konstantinos Dimitriadis

    – Klinikum der Universit�t M�nchen, Institut f�r Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin, M�nchen, Deutschland; Klinikum der Universit�t M�nchen, Neurologische Klinik und Poliklinik, M�nchen, Deutschland

GMS Z Med Ausbild
2015;32(3):Doc29

doi: 10.3205/zma000971 ,

urn:nbn:de:0183-zma0009716

Dieses ist die deutsche Version des Artikels.
Die englische Version finden Sie unter:

http://www.egms.de/en/journals/zma/2015-32/zma000971.shtml

Eingereicht:7. November 2014
Überarbeitet:26. April 2015
Angenommen:18. Mai 2015
Veröffentlicht:17. August 2015

© 2015 Steffen et al.

Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).

Lizenz-Angaben siehe

http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ .


Gliederung

  • Top
  • Zusammenfassung
  • Einleitung
  • Projektbeschreibung
  • Ergebnisse
  • Diskussion
  • Schlussfolgerung
  • Danksagungen
  • Interessenkonflikt
  • Literatur

Zusammenfassung

Einleitung: Die Forschung in der Medizin, wie sie auch im Rahmen des CanMEDS Modell beschrieben wird, genie�t einen hohen Stellenwert. Viele Medizinstudierende in Deutschland beginnen schon w�hrend des Studiums mit der Arbeit an einem Promotionsprojekt. Eine gro�e Anzahl dieser Projekte wird allerdings oft unvollendet abgebrochen, wodurch unn�tig Ressourcen verschwendet werden. Ein Hauptgrund hierf�r ist ein Mangel an Informationen �ber studentische Forschungsprojekte.

Projektbeschreibung: Um diesem Mangel entgegenzuwirken, haben wir an der LMU M�nchen die j�hrlich stattfindende Veranstaltung DoktaMed ins Leben gerufen. Die Kombination von medizinischem Fachkongress und Forschungsmesse mit Vortr�gen, Poster-Pr�sentationen und Workshops sowie einer gro�en Ausstellung der verschiedenen Arbeitsgruppen und Institute der LMU zieht jedes Jahr mehr als 500 Besucher an. Organisiert wird die DoktaMed als Peer-to-Peer-Veranstaltung von einem Team aus etwa 40 Studierenden.

Ergebnisse: Eine Bedarfsanalyse vor der Einf�hrung der DoktaMed identifizierte ein Informationsdefizit als eine wichtige Ursache f�r die hohe Rate abgebrochener Doktorarbeiten. In den j�hrlichen Evaluationen durch die Besucher der DoktaMed wird die Veranstaltung durchschnittlich mit der Note 2,1 auf einer sechsstufigen Likert-Skala bewertet (n=558, SD=1,06, 1=sehr gut, 6=sehr schlecht). Die Studierenden empfinden ihren Besuch auf der DoktaMed als sinnvoll investierte Zeit und f�hlen sich anschlie�end besser zum Thema Doktorarbeit informiert.

Diskussion: Insgesamt sind die Studierenden mit der Veranstaltung zufrieden und f�hlen sich besser auf die Doktorarbeitssuche vorbereitet. Dennoch besuchen viele Studierende die Messe aus unterschiedlichen Gr�nden nicht. Eine M�glichkeit zur weiteren Verbesserung besteht darin, zus�tzlich zu den experimentellen Arbeiten, auf die sich die DoktaMed momentan konzentriert, ein breiteres Angebot an klinischen Projekten zu pr�sentieren..

Schlussfolgerung: Die Evaluation nach f�nf Jahren DoktaMed sieht vielversprechend aus. Die Besucher scheinen tats�chlich besser zum Thema Doktorarbeit informiert zu sein. Trotzdem existieren M�glichkeiten zur weiteren Verbesserung, um die DoktaMed f�r Studierende und Fakult�tsmitglieder attraktiver zu gestalten. Zur Beurteilung von Langzeiteffekten sind weitere Untersuchungen notwendig.

Schlüsselwörter:

Doktorarbeit, studentische Forschung, Forschungsmesse, CanMEDS


Gliederung

Einleitung

Im Gegensatz zu vielen anderen L�ndern ist es �rzten in Deutschland erst nach Vollendung einer wissenschaftlichen Dissertation erlaubt, den Doktortitel (Dr. med.) zu f�hren [1] . Fast alle Medizinstudierenden beginnen schon w�hrend ihres Studiums mit der Arbeit an ihrer Promotion. Trotzdem sind zehn Jahre nach Ende des Studiums nur 75% der �rzte in Deutschland promoviert [2] .

Die Rolle des Forschers (scholar), wie sie im CanMEDS Rahmenmodell beschrieben wird, findet unter �rzten verschiedener Richtungen breite Anerkennung [3] . Nach Boyer (1990) steht Innovation als wissenschaftliche T�tigkeit dabei im Mittelpunkt, die jeder Medizinstudierende einmal im Rahmen eines Forschungsprojekts erlebt haben sollte [4] . Nichtsdestotrotz hat die Lehre von wissenschaftlichen F�higkeiten und Fertigkeiten bislang keinen Einzug in die medizinischen Curricula an deutschen Universit�ten gefunden [5] .

Die wissenschaftliche Relevanz und die methodische Qualit�t von medizinischen Doktorarbeiten werden in Deutschland oft infrage gestellt und f�hren seit langem zu kontroversen Debatten [6] , [7] . Etwa 15% der Promovenden brechen ihre Projekte noch vor Vollendung ihres Studiums ab [8] , [9] . Zu den Hauptgr�nden daf�r z�hlen mangelnde Hilfestellung und Abwesenheit des Betreuers, konzeptuelle M�ngel, fehlende ersichtliche Fortschritte, unverh�ltnism��iger zeitlicher Aufwand oder Zeitmangel [9] , [10] . Mehr als die H�lfte der Studierenden, die an einem Promotionsprojekt forschen, sind nicht mit den Richtlinien ihrer Fakult�t diesbez�glich vertraut. Ferner empfinden 76% der Studierenden, dass sie durch ihre Fakult�t nicht zufriedenstellend auf wissenschaftliche T�tigkeiten vorbereitet werden [11] . Ausgehend von einem Informationsdefizit der Studierenden bei der Suche nach einer geeigneten Doktorarbeit als ein Hauptgrund f�r erfolglose oder beschwerliche Doktorarbeiten haben wir an der LMU M�nchen eine qualitative und quantitative Bedarfsanalyse durchgef�hrt. Auf Basis der Ergebnisse wurde eine j�hrliche Forschungsmesse, die DoktaMed, eingef�hrt. In diesem Artikel wird die Veranstaltung vorgestellt und eine Bewertung nach sechs Jahren DoktaMed diskutiert.


Gliederung

Projektbeschreibung

Die DoktaMed findet seit sechs Jahren j�hrlich an der LMU M�nchen statt und bietet den Besuchern eine Kombination von medizinischem Fachkongress und Forschungsmesse mit Podiumsdiskussionen, Vortr�gen von ausgew�hlten Professoren und Studierenden zu ihren Forschungsgebieten, Poster-Pr�sentationen und einer Ausstellung der verschiedenen Arbeitsgruppen und Institute der medizinischen Fakult�t der LMU.

Hauptziel ist es dabei, die Studierenden �ber Ablauf, M�glichkeiten und Fallstricke von Doktorarbeiten zu informieren, sodass sie sich auf der Suche nach einem geeigneten Projekt wohl�berlegt entscheiden k�nnen. Dar�ber hinaus ist die DoktaMed eine gute Gelegenheit f�r Studierende, das Pr�sentieren von wissenschaftlichen Daten zu �ben. Als positiver Nebeneffekt soll die DoktaMed den Austausch zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen f�rdern.

Bestandteile der DoktaMed

Auf der Forschungsmesse stellen sich etwa die H�lfte der rund 60 Kliniken und Institute der medizinischen Fakult�t der LMU mit eigenen Messest�nden vor. Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter sowie Doktoranden stehen hier den Besuchern Rede und Antwort. Dabei geht es weniger darum, den m�glichen zuk�nftigen Doktoranden konkrete Angebote zu machen als ihnen vielmehr allgemeine Informationen zu geben und ihre pers�nlichen Eindr�cke zu Promotionsprojekten zu vermitteln. F�hrungen zu den St�nden, sogenannte DoktaWalks, bauen Ber�hrungs�ngste der Studierenden ab und erleichtern den Einstieg ins Gespr�ch mit potenziellen Doktorv�tern. Parallel dazu finden Podiumsdiskussionen und Fachvortr�ge statt.

Die andere Komponente der DoktaMed ist ein medizinischer Fachkongress. Jedes Jahr werden hierzu die Medizinstudierenden der LMU aufgefordert, Abstracts zu ihren Forschungsprojekten einzureichen, die dann von einer Kommission aus Mitstudierenden und Fakult�tsmitgliedern bewertet werden. Dadurch haben die Nachwuchswissenschaftlicher die M�glichkeit, das wissenschaftliche Schreiben und im Anschluss das Pr�sentieren von Daten in Vortr�gen oder Postern-Vorstellungen auf der DoktaMed zu �ben.

Dar�berhinaus k�nnen interessierte DoktaMed-Besucher so Informationen aus erster Hand zu Arbeitsgruppen von ihren Mitstudierenden erhalten oder sich zu den Abl�ufen, die der Weg zum Doktortitel mit sich bringt, beraten lassen.

Aufbau der DoktaMed

W�hrend die DoktaMed in den ersten beiden Jahren (2009 & 2010) noch an zwei aufeinanderfolgenden Wochentagen stattfand, wurde das Programm – entsprechend der Evaluationsdaten – komprimiert und auf einen Samstag verschoben. Erg�nzend werden in den Wochen vor der DoktaMed Workshops zu Themen wie wissenschaftliches Schreiben, translationale Medizin, Nutzung g�ngiger wissenschaftlicher Computerprogramme oder Vortragstechniken angeboten. Urspr�nglich wurden die Workshops am Tag der DoktaMed selbst angeboten. Nun dienen sie den Studierenden jedoch zur Vorbereitung ihrer Datenvorstellung auf dem Fachkongress. Zudem werden dadurch Terminkonflikte vermieden.

Kosten und Organisation der DoktaMed

Die Gesamtkosten f�r Messest�nde, kulinarische Verpflegung, Druck von Messeheften, Postern und Flyern belaufen sich j�hrlich auf rund 10.000€. W�hrend die medizinische Fakult�t der LMU in den Anfangsjahren nach gro�z�gige finanzielle Unterst�tzung leistete, wird nun ein Gro�teil der Ausgaben durch Spenden und Sponsoren gedeckt.

Die DoktaMed ist eine Peer-to-Peer-Veranstaltung und wird von einem Team von rund 40 Studierenden organisiert. Sie werden etwa ein halbes Jahr vor der Veranstaltung per E-Mail-Einladung durch das B�ro des Mentoren-Programms rekrutiert, welches das Team auch w�hrend der ersten Planungsphase koordiniert. Das Team erf�hrt ebenfalls stetigen R�ckhalt und Unterst�tzung von Seiten des Studien- und des Forschungsdekans. Das Organisationsteam ist in Untergruppen gegliedert, wie beispielsweise Logistik, Marketing, Finanzen, IT, Abstract-Review, Forschungsgruppen-Betreuung und Workshops. Trotz best�ndiger schriftlicher Dokumentation der Organisationsschritte gehen jedes Jahr bereits gewonnene Erfahrung verloren und die Organisatoren stehen vor Problemen, die vielleicht in den Vorjahren schon erfolgreich gemeistert worden sind. Diesen Punkt wollen wir in Zukunft verbessern, jedoch wird dies durch ein j�hrlich wechselndes Organisationsteam erschwert. Die Besucher der DoktaMed haben die M�glichkeit, die Veranstaltung online zu evaluieren, wozu sie in einer E-Mail an die gesamte Studentenschaft direkt nach der DoktaMed eingeladen werden. Eine Papierform der Evaluation liegt auf der DoktaMed ebenfalls aus.

Das Programm der Messe, eine Liste aller teilnehmenden Arbeitsgruppen sowie viele weitere Informationen zum Thema Doktorarbeit sind auf der Website der DoktaMed zu finden ( http://doktamed.de/ ).


Gliederung

Ergebnisse

Bedarfsanalyse

Vor der Einf�hrung der DoktaMed f�hrten wir 2008 eine qualitative und quantitative Bedarfsanalyse durch. In vier Fokusgruppen-Analysen mit je etwa acht Teilnehmern verglichen wir Studierende ohne Doktorarbeit mit Studierenden, die bereits ein Promotionsprojekt begonnen oder abgeschlossen hatten. Alle Teilnehmer waren sich �ber den hohen Stellenwert der Forschung und Wissenschaft in der Medizin einig. Einer der Befragten sagte: „Ein guter Arzt muss in der Lage sein, neue Forschungsergebnisse richtig zu interpretieren.“ Allerdings betonten die Studierenden auch, wie schwer es sei, ein geeignetes Forschungsprojekt zu finden, da es „keine offiziellen Informationen“ g�be. Basierend auf diesen Ergebnissen entwickelten wir eine Online-Umfrage und luden alle rund 4.000 Medizinstudierenden der LMU zur Teilnahme ein.

Die Online-Umfrage best�tigte eindeutig ein Informationsdefizit. Die Studierenden gaben an, sich zum Thema Doktorarbeit nicht „ausreichend von Seiten der Fakult�t informiert zu f�hlen“ und bewerteten dies mit der Note 4,34 (n=388, SD=1,30) auf einer sechsstufigen Likert-Skala (1=stimme voll zu, 6=stimme �berhaupt nicht zu). Sie sahen dies als Ursache f�r ihre Schwierigkeiten bei der Auswahl eines geeigneten Projektes und schlugen als m�gliche L�sung eine Informationsveranstaltung vor.

Evaluation nach 5 Jahren DoktaMed

Die DoktaMed wird seit ihrer Einf�hrung j�hrlich von mehr als 500 Studierenden besucht. Aus den Evaluationsdaten geht hervor, dass etwa zwei Drittel der Besucher (n=298, 61,0%) mit noch keiner Doktorarbeit begonnen haben und sich durchschnittlich im vierten Semester befinden (Semester=4,22, SD=1,73). Besucher, die bereits an einem Projekt forschen (n=190, 39,0%) studieren im Durchschnitt im neunten Semester (Semester=9,29, SD=2,16).

Laut den Evaluationsergebnissen bewerten die DoktaMed-Besucher die Veranstaltung durchschnittlich mit der Note 2,11 auf einer sechsstufigen Likert-Skala (n=558, SD=1,06, 1=sehr gut und 6=sehr schlecht). Als hilfreichste Komponente nennt die H�lfte der Besucher (n=298, 46,6%) die St�nde der Arbeitsgruppen und Institute, gefolgt von den F�hrungen, den sogenannten DoktaWalks (n=147, 23,0%). Nach dem Besuch der DoktaMed f�hlen sich die Studierenden „besser zum Thema Doktorarbeit informiert“ (n=513, Durchschnittsnote=2,31, SD=1,38, mit 1=sehr gut und 6=sehr schlecht). Ferner haben sie ein „besseres Verst�ndnis �ber die verschiedenen Arten von Doktorarbeiten“ (n=370, Durchschnittsnote=2,00, SD=1,08) und wissen nun „besser, welche Art von Doktorarbeit [sie] gerne machen“ m�chten (n=364, Durchschnittsnote=2,23, SD=1,28). Insgesamt halten die Studierenden den Besuch der DoktaMed f�r eine „sinnvolle Zeitinvestition“ (n=528, Durchschnittsnote=2,30, SD=1,41).

Entsprechend positive R�ckmeldungen erhalten wir auch regelm��ig von Professoren und anderen Fakult�tsmitgliedern an ihren jeweiligen St�nden.

Dennoch hat die H�lfte der Medizinstudierenden der LMU M�nchen bislang keine DoktaMed besucht (n=635, 51,2%). Zu den angegebenen Gr�nden daf�r z�hlen insbesondere „au�eruniversit�re Veranstaltungen“ (28,2%) und „Lernen f�r Pr�fungen“ (26,8%). Etwa ein Viertel der Befragten gab au�erdem an, sie h�tten die DoktaMed nicht besucht, da sie „bereits an einer Doktorarbeit arbeiten“.


Gliederung

Diskussion

Die Ergebnisse von Umfrage und Evaluationen zeigen eine generelle Zufriedenheit mit der DoktaMed. Jedes Jahr geben die Studierenden in den Evaluationen an, dass sie sich nach dem Besuch der DoktaMed zum Thema Doktorarbeit von Seiten der Fakult�t besser informiert f�hlen. Die eher informativen Komponenten der Forschungsmesse, n�mlich die St�nde der verschiedenen Kliniken, Institute und Abteilungen sowie die F�hrungen entlang der St�nde (DoktaWalks) bringen den Studierenden den gr��ten Nutzen. Bez�glich der verschiedenen Arten von Doktorarbeiten haben die DoktaMed-Besucher ein gr��eres Verst�ndnis und wissen sicherer, welche Form – laborexperimentell, klinisch, rein statistisch oder Versorgungsforschung – sie f�r sich bevorzugen. Daher sind wir der Meinung, dass die DoktaMed den Studierenden hilft, eine differenziertere Entscheidung bez�glich der Wahl ihrer Doktorarbeit zu treffen. Leider fehlt hierf�r bislang noch ein wissenschaftlicher Nachweis.

Trotz allem hat die H�lfte der Studentenschaft der medizinischen Fakult�t der LMU M�nchen bislang noch keine DoktaMed besucht. In Zukunft soll daher der Veranstaltungstermin besser durchdacht werden, um Kollisionen mit den Hauptlernzeiten vor Klausuren zu vermeiden. Auch sollen mit einem breiteren Informationsangebot zur Karriereplanung mehr bereits aktive Doktoranden zum Besuch der DoktaMed angeregt werden.

Die meisten auf der DoktaMed vorgestellten Promotionsprojekte sind Laborarbeiten – klinische Studien, insbesondere retrospektive Studien, sind deutlich unterrepr�sentiert. Solche Projekte werden oft als geringwertig angesehen, was m�glicherweise dazu f�hrt, dass den Doktoranden die Vorstellung ihres Projekts auf der DoktaMed unangenehm ist.

Leider sind mit rund 30 teilnehmenden Arbeitsgruppen nur etwa die H�lfte aller Kliniken, Institute und Abteilungen der medizinischen Fakult�t der LMU auf der Messe repr�sentiert. Ausschlaggebend d�rften hierf�r vor allem mangelnde Kapazit�ten f�r zus�tzliche Doktoranden sowie die fehlende Bereitschaft der wissenschaftlichen Mitarbeiter am Wochenende unbezahlt zu arbeiten sein. Durch die F�rderung des Austausches mit Forscherkollegen kann der DoktaMed-Besuch auch f�r die Fakult�tsmitglieder attraktiver und ihr Interesse an einem eigenen Stand gesteigert werden.

Ferner sehen viele Fakult�tsmitglieder die DoktaMed kritisch, da sie sich oft mehr finanzielle und ideelle Forschungsf�rderung durch die Fakult�t w�nschen und es ihnen daher widerstrebt, sich ihrerseits f�r die Fakult�t einzusetzen. Au�erdem wird von (oft �lteren) Professoren berichtet, die der Meinung sind, jeder sei seines Gl�ckes eigener Schmied und man solle den Studierenden nicht zu viel Hilfestellung geben.

Um dem Wunsch der Studierenden nach Informationen zum Thema Doktorarbeit w�hrend des ganzen Jahres nachzukommen, haben wir auf der Website der DoktaMed zus�tzlich eine Datenbank – die DoktaB�rse – erstellt, in der die Projektleiter ihre Doktorarbeitsangebote einarbeiten k�nnen, sodass Studierende gezielt mit Hilfe von Suchkriterien nach einer passenden Doktorarbeit suchen k�nnen ( http://doktamed.de/doktaboerse ).

Die Rekordzahl von 102 eingereichten Abstracts im Anfangsjahr ist best�ndig gefallen. Im letzten Jahr waren es nur noch rund 40 Einreichungen. Die Studierenden zu ermutigen, diese Gelegenheit zum Vorstellen ihrer ersten eigenen Daten zu nutzen, bleibt weiterhin eine Herausforderung.

Durch die DoktaMed kann dem Informationsdefizit der Studierenden zum Thema Doktorarbeit entgegengewirkt werden, so dass sie zuk�nftig besser durchdachte Entscheidungen f�r oder gegen ein Promotionsprojekt treffen. Dadurch k�nnen Ressourcen eingespart und die Qualit�t der Arbeiten gesteigert werden. Medizinische Fakult�ten sollten Veranstaltungen wie die DoktaMed unterst�tzen und eine Debatte zur Verbesserung von studentischen Forschungsprojekten ansto�en. An der LMU M�nchen sollte die DoktaMed Bestandteil des medizinischen Curriculums werden, damit die CanMEDS-Rolle des Forschers (scholar) weiter gest�rkt werden kann. Erste Schritte in diese Richtung sind bereits unternommen worden.


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Schlussfolgerung

Aus den Ergebnissen der Bedarfsanalyse und den Evaluationsdaten von f�nf Jahren DoktaMed schlussfolgern wir, dass das Gelingen von Promotionsprojekten an medizinischen Fakult�ten in Deutschland wesentlich vom Informationstand der Studierenden abh�ngt. Die Einf�hrung von Informationsveranstaltungen wie der DoktaMed scheinen zumindest ein Schritt in die richtige Richtung zu sein, ohne jedoch die Probleme vollends zu l�sen. Bislang k�nnen wir nicht sicher sagen, welchen Einfluss die DoktaMed auf die Qualit�t und die Bedeutung von medizinischen Doktorarbeiten hat. Obwohl viele deutsche Universit�ten momentan die studentische Forschung an ihren medizinischen Fakult�ten untersuchen sind langfristige Daten zu der Zahl abgebrochener Projekte und der damit verschwendeten Finanzen und Materialien kaum verf�gbar [12] .

Das Format der Forschungsmesse ist sehr gut auf andere Universit�ten und auch auf andere Fachgebiete �bertragbar.


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Danksagungen

Die Autoren danken an erster Stelle den Studierenden, die jedes Jahr bei der Organisation der DoktaMed helfen. Speziell danken wir dabei Bernadette Bohn, Benedikt Blumberg und Florian Gothe. Besonderer Dank geb�hrt auch der medizinischen Fakult�t der Ludwig-Maximilians Universit�t M�nchen f�r ihren langj�hrigen starken finanziellen R�ckhalt.


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Interessenkonflikt

Die Autoren erkl�ren, dass sie keine Interessenkonflikte im Zusammenhang mit diesem Artikel haben.


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Literatur

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Diez C, Arkenau C, Meyer-Wentrup F. The German medical dissertation – time to change? Acad Med. 2000;75(8):861-863. DOI: 10.1097/00001888-200008000-00024  Externer Link
2.
Schwarzer A, Fabian G. Medizinerreport 2012 – Berufsstart und Berufsverlauf von Humanmedizinerinnen und Humanmedizinern. Hannover: Hochschul-Informations-System; 2012.
3.
Frank JR. The CanMEDS 2005 physician competency framework. Better standards. Better physicians. Better care. Ottawa: The Royal College of Physicians and Surgeons of Canada; 2005.
4.
Boyer EL. Scholarship Reconsidered: Priorities of the Professoriate: a Special Report. Stanford: Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching; 1990.
5.
Ringsted C, Hansen TL, Davis D, Scherpbier A. Are some of the challenging aspects of the CanMEDS roles valid outside Canada? Med Educ. 2006;40(8):807-815. DOI: 10.1111/j.1365-2929.2006.02525.x  Externer Link
6.
Ackermann D. Soll die Medizinische Doktorarbeit wirklich verschwinden? J Mol Med. 1939;18(1):39.
7.
Pabst R, Park DH, Paulmann V. The German academic degree “Dr. med.” is better than its reputation. Results of a questionnaire of doctoral students. Dtsch Med Wochenschr. 2012;137(45):2311-2315.
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Pabst R, Strate J, Rothkotter HJ. Die medizinische Dissertation: Sinnvolle Erg�nzung – oder Ablenkung vom Studium? Dtsch Arztebl Intern. 1997;94(37):2314-2318.
9.
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Kuhnigk O, Reissner V, Bothern AM, Biegler A, Juptner M, Schafer I, et al. Criteria for the successful completion of medical dissertations – A multicenter study. GMS Zeit Med Ausbild. 2010;27(3):Doc45. DOI: 10.3205/zma000682  Externer Link
11.
Dewey M. Medical dissertation: differences between successful and aborted research projects. Dtsch Med Wochenschr. 2002;127(24):1307-1311. DOI: 10.1055/s-2002-32193  Externer Link
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Juttemann A, Richter F, Wagner C, Dewey M. Development of the situation of doctoral students in medicine: Results of two surveys at an interval of ten years (2001 and 2011). Dtsch Med Wochenschr. 2014;139(15):767-773.
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